Ein Tragwerksplaner ist kein austauschbares Produkt, das man einfach zum günstigsten Preis einkauft. Er ist ein Fachingenieur, der die Standsicherheit Ihres Gebäudes verantwortet – und damit eine der wichtigsten Personen in Ihrem Bauteam. Wie finden Sie den Richtigen? Diese 7 Fragen helfen dabei.
Frage 1: Ist der Tragwerksplaner bauvorlageberechtigt?
In NRW und Rheinland-Pfalz darf nicht jeder Ingenieur einen Standsicherheitsnachweis für eine Baugenehmigung erstellen. Es braucht dafür eine spezifische Bauvorlageberechtigung. Fragen Sie explizit danach – und lassen Sie sich im Zweifel die Eintragungsnummer zeigen. Ohne diese Berechtigung kann der Nachweis nicht eingereicht werden und Sie verlieren wertvolle Zeit.
Frage 2: Hat der Planer Erfahrung mit meinem Gebäudetyp?
Tragwerksplanung ist vielfältig: Ein Statiker, der hauptsächlich Industriehallen berechnet, hat möglicherweise wenig Erfahrung mit Altbausanierungen – und umgekehrt. Fragen Sie gezielt: Haben Sie schon ähnliche Projekte bearbeitet? Einfamilienhäuser im Massivbau, Holzbauten, Aufstockungen, Durchbrüche in Bestandsgebäuden? Referenzen sind dabei wertvoller als allgemeine Aussagen.
Frage 3: Ist der Tragwerksplaner regional erreichbar?
Statik ist nicht nur ein Bürojob. Ein guter Tragwerksplaner kommt auch auf die Baustelle – für Bestandsaufnahmen, Rückfragen der Bauunternehmer und Bauabnahmen. Ein Büro, das regional tätig ist, kennt außerdem die lokalen Bauordnungsämter, die üblichen Baugrundverhältnisse und die regionalen Besonderheiten. Das spart Zeit und vermeidet Missverständnisse.
Frage 4: Wie schnell ist er erreichbar und wie kommuniziert er?
Auf der Baustelle läuft nicht immer alles nach Plan. Wenn der Bauunternehmer eine dringende Rückfrage zur Bewehrung hat, muss der Statiker erreichbar sein – und verständlich antworten. Fragen Sie im Erstgespräch: Wie schnell antworten Sie auf E-Mails? Gibt es eine direkte Telefonnummer? Erklären Sie Ihre Leistungen auch Bauherren ohne technischen Hintergrund? Diese weichen Faktoren entscheiden im Alltag über den Projekterfolg.
Frage 5: Ist das Angebot transparent und vollständig?
Ein seriöses Honorarangebot nennt klar, welche Leistungsphasen nach HOAI enthalten sind, welche Bauteile berechnet werden und was nicht im Leistungsumfang liegt. Vorsicht bei Pauschalangeboten ohne Leistungsbeschreibung: Was günstig klingt, kann am Ende teuer werden, wenn Nachtragsrechnungen für eigentlich selbstverständliche Leistungen kommen. Fragen Sie: Was ist im Angebot enthalten – und was explizit nicht?
Frage 6: Arbeitet er mit Architekten und anderen Fachplanern zusammen?
Tragwerksplanung funktioniert nicht im Vakuum. Der Statiker muss eng mit dem Architekten, ggf. dem Bauphysiker und dem Haustechnikplaner zusammenarbeiten. Fragen Sie, wie diese Koordination in der Praxis aussieht. Hat der Tragwerksplaner bestehende Netzwerke in Ihrer Region? Kennt er Architekten, mit denen er gut zusammenarbeitet? Das spart koordinativen Aufwand auf Ihrer Seite als Bauherr.
Frage 7: Übernimmt er auch die Baubegleitung?
Viele Bauherren beauftragen die Statik nur bis zur Baugenehmigung (LP 4) – und wundern sich dann, wenn auf der Baustelle Fragen auftauchen, die niemand beantworten kann. Eine vollständige Beauftragung bis LP 6 oder sogar mit baubegleitender Leistung gibt Ihnen Sicherheit, dass die statischen Vorgaben auch wirklich eingehalten werden. Fragen Sie, ob der Planer die Ausführungsplanung (LP 5) und eine Baubegleitung anbietet – und was das kostet.
Fazit: Der günstigste ist nicht immer der beste
Bei der Statik gilt mehr als anderswo: Der günstigste Anbieter ist nicht automatisch der beste. Ein sorgfältig erstellter Standsicherheitsnachweis schützt Sie vor Haftungsrisiken, teueren Baumängeln und Verzögerungen bei der Baugenehmigung. Investieren Sie Zeit in die Auswahl – es lohnt sich.
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